Es ist klar, dass die Insel auf Grund ihrer Geschichte auch kulturell einiges zu bieten hat. Fundstücke, Kunstwerke und Gebäude aus den unterschiedlichsten Epochen kann man hier bewundern.
Das Museum liegt im Zentrum von Palermo und man findet hier unendlich viele Fundstücke aus den verschiedenen Epochen bis zur spätrömischen Periode. Auf drei Etagen reihen sich die unterschiedlichen Kunstgegenstände. Im unteren Geschoss findet man punische, römische und griechische Amphore sowie Statuen. Im Erdgeschoss haben ägyptische und phönizische Statuen, Juwelen, Moneten und Amulette Platz. Aus der phönizischen Zeit stammt beispielsweise ein Sarkophag, der auf 600 v. Chr. datiert ist. Auf der ersten Etage findet man griechische Skulpturen und Zeugnisse aus der Etruskerzeit. Für Personen unter 18 und über 60 Jahren ist der Eintritt frei.
Piazza Olivella
90133 Palermo
Das städtische Museum in Catania befindet sich ganz prachtvoll in einem alten normannischen Schloss. Gemälde bekannter Künstler und Zeugnisse aus der römischen Zeit werden hier ausgestellt. Neben Werke der Künstler Luigi Morales oder Matthias Stomer kann man hier auch Vasen und Statuen der letzen 2500 Jahre bewundern. Der Eintritt ist frei.
Piazza Federico de Svevia
95121 Catania
Das Museum in Messina findet seinen Platz in einem alten Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. In insgesamt zwölf Räumen werden Gegenstände aus den verschiedenen Epochen vom 7.-18. Jahrhundert ausgestellt. Die vielen schönen Skulpturen und Gemälde sind auf jeden Fall sehenswert. Für Personen unter 18 und über 60 Jahren ist der Eintritt frei. Ansonsten kann man für 2 Euro das Museum besichtigen.
Via della Liberta 465
98100 messina
Das Museum von Syrakus besteht bereits seit 1886. 1988 zog das Museum in ein neues Gebäude um. Das archäologische Museum ist in die Bereiche A, B und C unterteilt. Im Bereich A sieht man Zeugnisse prähistorischer Zeit, Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Im Bereich B findet man Gegenstände aus Megara Hyblaea und Syrakus die aus dem 6. Jahrhundert vor Christus stammen. Fundstücke aus Zeiten der griechischen Herrschaft und Kunstgegenstände aus ganz Sizilien findet man im Bereich C. Insgesamt beherbergt das Museum mehr als 8.000 unterschiedliche Ausstellungstücke. Für Personen unter 18 und über 60 Jahren ist der Eintritt kostenlos.
Viale Tecorito66
96100 Syrakus
Das archäologische Museum in Agrigento existiert seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Hier kann man Zeugnisse prähistorischer Zeit bis hin zur hellenistischen Epoche bewundern. Fossilienfunde, Keramik- und Terracottagegenstände können die Besucher hier besichtigen. Aus der Kupferzeit findet man verschiedene Statuen, Waffen, Pfeilspitzen und Lanzen. Amphoren und Marmorarbeiten aus der Zeit der Römer und Griechen werden hier ebenfalls ausgestellt. Große Teile der Ausstellungsstücke stammen von Ausgrabungen aus dem 19. Jahrhundert. Einige Zeugnisse wurden auch von Palermo oder Syrakus gestiftet. Der Eintritt beträgt 4,50 Euro.
Piazzetta San Nicola
92100 Agrigento
Siziliens Geschichte ist geprägt von Eroberungen durch verschiedene Völker. Die zentrale Lage im Mittelmeer sowie die Nähe zu Kalabrien, die sehr guten Voraussetzungen für die Seefahrt und den Handel und die zentrale Lage zwischen Europa und Afrika waren Hauptgründe dafür, warum es immer wieder zu Besetzungen kam. Die vielen verschiedenen Völker, die sich immer wieder auf der Insel niederließen, haben auch die kulturelle Entwicklung der Insel geprägt.
Die ersten bekannten Siedler der Insel waren die Sikaner, Sikulern und die Elymer, die sich um 1000 v. Chr. hier niederließen. Seit 800 v. Chr. beeinflusste die griechische Kultur Sizilien. Zu der Zeit kamen neben den Griechen auch die Phöniker und die Karthager ins Land und siedelten hauptsächlich an der Küste an. Sizilien wurde in das Großreich Griechenland eingegliedert und es entstanden viele Tempelanlagen auf. Die Insel erlebte eine regelrechte Blütezeit, denn es wurden außerdem noch der Anbau von Wein, Korn, Öl, Metallen und die Produktion von Holz für den Schiffsbau vorangetrieben. Diese fortschrittliche Entwicklung endete abrupt, als 500 v. Christus die Karthager große Teile und Städte der Griechen zerstörten. 241 v. Chr. wurde Sizilien von den Römern erobert. Nach dem Ersten Punischen Krieg wurde die Insel in das Römische Reich eingegliedert. Die Mittelmeerinsel wurde größter Getreidelieferant Roms. Um 200 v. Chr. kamen immer mehr Sklaven auf die Insel, dies führte zu den beiden sizilianischen Sklavenkriegen.
Nach Untergang des Westreiches um 440 n. Chr. herrschten zunächst die Ostgoten und Vandalen über Sizilien. Im 6. Jahrhundert war die Insel Teil des Byzantinischen Reichs und wurde zu einem zentralen Handelsplatz. Besonders die Küstenstädte erfuhren eine erneute Blütezeit. Zwischen 661 und 668 residierte Kaiser Konstans II in Syrakus.
Sizilien wurde 827 von den Arabern eingenommen. Die neuen Siedler brachten moderne Bewässerungstechniken mit, die Landwirtschaft erlebte dadurch einen enormen Aufschwung. Zur Zeit der Herrschaft der Araber wurde Palermo zur wichtigsten Stadt der Insel. Die Händler kamen aus Ägypten und Spanien, um hier ihre Ware zu verkaufen.
Die Normannen eroberten 1091 Sizilien. Während der Normannischen Herrschaft erlebte die Insel einen weiteren Aufschwung und sie wurde zu einem eigenständigen Königreich. Die multikulturellen Traditionen brachten bedeutende Kunstwerke hervor. Auch unter der Herrschaft von den Staufern dauerte die Blütezeit an.
Im Mittelalter geriet die Insel wieder unter Fremdherrschaft. Sizilien gehörte zum Königreich von Neapel und stand unter der Führung der spanischen Bourbonen.1266 übernahm Karl I die Herrschaft über das Königreich beider Sizilien. Diese Fremdherrschaft wurde jedoch nicht akzeptiert, sodass es 1282 zur Revolte kam Der Revolte gelang, dass das Adelsgeschlecht Anjou vertrieben wurde. Daraufhin wurde Peter III. zum König von Sizilien gekrönt. Über Jahrhunderte hatte nun Spanien die Oberherrschaft über die Insel. 1647 und 1674 kam es in Palermo und Messina zu antispanischen Erhebungen.
Auf Grund des Spanischen Erbfolgekrieges wurde 1713 Sizilien von der Herrschaft Spaniens befreit und die Insel ging an Savayen. 1735 eroberten die Spanier die Insel jedoch wieder zurück. 1861 eroberten die Italiener unter Giuseppe Garibaldi Sizilien.
Nach dem Einmarsch der Italiener wurde das Königreich Sizilien mit dem Königreich Italien zusammengeschlossen. Es kam immer wieder zu Spannungen zwischen der Regierung und den Inselbewohnern. Diese Lage spitzte sich 1866 zu einem Aufstand in Palermo zu, welcher gewaltsam niedergeschlagen wurde. Die Beziehung zwischen Nord und Süd war seitdem gespannt. 1915 trat Italien an der Seite von Deutschland und Österreich-Ungarn in den ersten Weltkrieg ein.
Unter Mussolini herrschte in Italien seit 1922 das faschistische Regime. Daher kämpfte Italien mit dem nationalsozialistischen Deutschland im 2. Weltkrieg gegen die Alliierten. Nach 38 Tagen nahm Amerika Sizilien ein. Dies führte zum Sturz Mussolinis und zur Kapitulation der italienischen Regierung. Seit 1946 ist Sizilien eine autonome Region von Italien mit umfassenden Selbstverwaltungsrechten.